Dez 122012
 

Geschrieben nach dem Hören eines Radioberichtes über die Neuköllner Heroes.

Der Eigentümer und Chef einer Familienfirma mit Sitz in Berlin, die er unter schwierigsten Bedingungen groß gemacht hatte, hatte sich alle Mühe gegeben, seinen Sohn zu einem würdigen Nachfolger zu erziehen und gut zu verheiraten, natürlich mit einem Mädchen aus der Familie, mit der richtigen Religion. Aber der Sohn interessierte sich mehr für Männer als für Frauen und mehr für die neueste Musik als für die Arbeit in der Firma. Je strenger die Erziehung durch den Vater wurde, desto unglücklicher wurde der Sohn, bis er schließlich nicht einmal mehr die erfolgreiche Firma übernehmen wollte. Er wollte nur noch weg. Mit seinem Freund versuchte er, nach England zu reisen und sich dort Arbeit zu suchen.

Die Reisepläne flogen auf, und der wütende Vater wollte beide jungen Männer töten lassen, um die Ehre zu retten. Seine Mitarbeiter weigerten sich aber, dabei zu helfen. Der Freund jedoch wurde vor den Augen des Sohnes getötet. Später wurde der Sohn, der inzwischen nicht mehr aufmuckte, zwangsverheiratet mit einem passenden Mädchen, das er nicht liebte, und musste eine Filiale hundert Kilometer weiter weg leiten, um sich zu beweisen – und um nicht am Berliner Leben teilnehmen zu können.

Bis zum Tode seines Vaters musste dieser junge Mann sich ununterbrochen verstellen, allen gegenüber, und er hat nie mehr wirkliche Freunde gehabt. Dennoch übernahm er nach dem Tode seines Vaters die Firma und führte sie zu großem Erfolg. Er stellte viele Mitarbeiter aus anderen Ländern ein und respektierte, dass sie einen anderen Glauben hatten. Bei ihm durfte niemand wegen seiner Religion oder seiner Abstammung diskriminiert werden, obwohl er selbst seinen Glauben verloren hatte. Überall in Berlin und Potsdam setzte er moderne Bauten hin.

So wurde er einer der berühmtesten Deutschen. Er starb kinderlos. Die Firma ist inzwischen erloschen. In Neukölln steht übrigens ein Denkmal, dass dankbare ausländische Mitarbeiter trotz allem dem Vater setzten.

 

Links zu den Neuköllner Heroes:

Auch Neuköllner Christen verteidigen die Familienehre

 Leave a Reply

(required)

(required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>