Jun 222015
 

Hintergrund

Nach dem Dreißigjährigen Krieg führten der Große Kurfürst und seine niederländische Frau im Kurfürstentum Brandenburg eine regelrechte Verniederlandisierungcampagne durch: Niederländische Menschen, niederländisches know-how, niederländische Normen und Werte wurden ganz bewusst importiert. Die Entwicklung Brandenburg-Preußens zu einem der modernsten Staaten Europas und zu einer Großmacht haben hier ihre Wurzeln.

Obgleich Brandenburg mit seiner damaligen Hauptstadt Berlin weit weg liegen, gehörte auch die Gegend um Kleve und – viel weiter östlich – die Gegend um das heutige Kaliningrad zum Gebiet dieses Herrschers. Noch heute laufen interessante Linien von den Niederlanden über Kleve nach Berlin und weiter nach Osten.

Noch heute sind in Deutschland diese alten niederländischen Einflüsse gut zu spüren – wenn man erst einmal danach sucht.

Die damaligen Fürstentümer verhielten sich zum damaligen Kaiserreich ähnlich wie die modernen europäischen Staaten zur EU. Die damaligen absolutistischen Fürstentümer ähnelten aber auch Familienfirmen, wie wir sie kennen aus der Zeit von Freddy Heineken, Albert Heijn, Vroom & Dreesman, C&A Brenninkmeijer.

Dazu kamen dann noch notorische Vater-Sohn-Konflikte in der Dynastie der Kurfürsten von Brandenburg, die zu Königen von Preußen und zuletzt zu Kaisern aufstiegen.

Als all diesem kann man viel über unsere heutige Zeit lernen. Ganz besonders, weil nun wieder viele Niederländer nach Deutschland ziehen, diesmal nach Kranenburg und Umgebung.

Dieses Thema eignet sich aber auch dazu, ein lebhaftes Gespräch zwischen den Teilnehmern zu entfesseln. Nach aller Erfahrung wollen die Teilnehmer danach mehr: zum Beispiel eine Historische Exkursion durch die Klever Umgegend, nach Haus Doorn oder durch Berlin und Potsdam.

Form

Ich denke nicht an einen Vortrag in einem Saal, sondern an eine Form, die sich bei diesem Thema schon vielfach bewährt hat in Nimwegen, in einem CulturSalon im Bergischen Land und in Berlin: Ein kulturelles Abendessen mit verschiedenen Einlagen. Es ist natürlich auch ein Anklang an die Tafelrunde von Sanssouci.

  • Maximal 12 bi 14 Teilnehmer, damit ein Tischgespräch möglich bleibt.
  • Keller des Katharinenkonvents
  • Ein Essen mit vier Gängen und Wein:
    • lecker, aber preußisch-sparsam, also gut bereitet aus Zutaten, die man sich damals leisten konnte
    • zB
      • ostpreußische Rore-Beete-Suppe,
      • etwas aus dem Kochbuch des Soldatenkönigs
      • Königsberger Klopse
  • Musik die in drei bis fünf Einlagen den Bogen spannt vom Dreißigjährigen Krieg bis Frühklassik, zum Beispiel
    • Hier einige Beispiele, um eine Idee zu geben:
      • eine Battaglia aus dem Frühbarock (oder, warum  nicht, etwas von Dowland)
      • etwas von Händel (Lieblingskomponist des Soldatenkönigs)
      • etwas mit dem Thema des Musikal. Opfers (zB einen Kanon)
      • einen Satz aus einer Flötensonate Friedrichs des Großen
  • Eine weiße Wand, auf die einige Bilde projiziert werden können. (Die Teilnehmer brauchen nicht alle dauernd die Bilder zu sehen. Es genügt, wenn sich einige Teilnehmer ab und zu zur Seite drehen, um hinzuschauen. Wenn das nicht geht, können die Bilder auch auf Papier ausgeteilt werden. Es ist kein Lichtbildervortrag – nur hin und wieder wird eine Schlüsselperson gezeigt.)
  • Ablauf:
    • ab 18:00 Die Teilnehmer tröpfeln ein und lernen sich im Stehen bei einem Aperitif kennen
    • auf einem Büchertisch liegen einige Bücher zum blättern. H.W. lenkt das Gespräch aufs Thema
    • 18:30 oder 19:00 Einstimmung mit Musik aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges
    • Am Tisch: Wein und Einleitung. Man kann sich von einem Vorspeisenteller bedienen.
    • Moderiertes Gespäch
    • Musik
    • kurzer Vortrag, der in ein Gespräch übergeht
    • nächster Gang, dabei Gespräch
    • und so weiter
    • Abschließend Kaffee evtl. wieder im Stehen, ganz kurzes Nachgespräch

 

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